Die einstige Sachsenhofsiedlung ist heute noch zu erkennen. Auf der Anhöhe, wo heute die Kirche steht, muss nach urkundlichen Bezeugungen eine heidnische Kultstätte gewesen sein: Der Opferstein ist noch vorhanden, er liegt heute neben dem Ehrenmal östlich der Kirche. Die heidnische Kultstätte muss im ersten Jahrtausend nach der Zeitrechnung viel höher gewesen sein, denn sie hat eine starke Muschelkalkdecke, die im Laufe der Jahrhunderte mehr und mehr durch Witterungseinflüsse abgetragen wurde.

Nach der Christianisierung Ende des achten Jahrhunderts durch Karl den Großen und Ludwig den Frommen baute man auf der Anhöhe eine Kapelle, die aber vermutlich wieder eingerissen worden ist, weil sich die Gödringer keinen Glauben aufzwingen lassen wollten. Tauf- und Mutterkirchen wurden 200 bis 300 Jahre später errichtet, und so fanden auch die Bewohner zum christlichen Glauben.

Harte Schicksalsschläge und leidvolle Jahrhunderte gab es in Gödringen. So die des Johannes Bissendorf, der nach Einführung der Reformation 1543/44, der dritte evangelische Pastor in Gödringen war. Johannes Bissendorf war ein Märtyrer, der wegen seiner Schriften zur Verteidigung des evangelischen Glaubens enthauptet wurde. Er war bekannt für seine Predigten, die sich zahlreicher Zuhörer erfreuten und so verbreitet waren, dass der damalige Herzog Heinrich Julius von Braunschweig ihn aufforderte, in der Schlosskirche zu predigen. Als Zeichen der Anerkennung verlieh er ihm im Jahre 1621 die Pfarre zu Gödringen. Ein paar Jahre konnte Pastor Bissendorf dort in Ruhe und Frieden wirken, bevor 1627 seine Leidenszeit begann. Er hatte auf jesuitische Schmähschriften, die gegen ihn und die Lutheraner gerichtet waren, zwei kurze aber beißende Schriften verfasst und verbreitet. Neben großer Anerkennung auf der einen Seite, spürte er aber auch bittere Feindschaften; denn die Jesuiten begannen die Unerschrockenheit Bissendorfs zu fürchten. Von 1627 bis 1629 wurde er wegen seiner Schriften zur Verteidigung des lutherischen Glaubens in Steuerwald in strenger Kerkerhaft gefangen gehalten. Am 26. März 1629 wurde er vor dem Amtshaus zu Steuerwald enthauptet und an Ort und Stelle unter einer Eiche begraben. 1635 lie� Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg den Leichnam ausgraben und nach Gödringen überführen; dort wurde der "Märtyrer von Gödringen" in der Kirche neben dem Altar beigesetzt.
Notabene: Hier werd, in 1655,  Franz Justus Schmidt als Pastor benoemd.

Hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit herrschte im 17. und 18. Jahrhundert in Gödringen. Die meisten Kinder im Alter bis zu 15 Jahren starben an der Blatter und auch an der sogenannten Rote Ruhr. Zur gleichen Zeit starben zahlreiche Erwachsene an Lungen- und Leberschwindsucht. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts ebbten die t�dlichen Epidemien ab.


Gödringen, unweit der Bundesstraße 6 gelegen, wurde bekannt durch ertragreiche Sandgruben. Urkundlich erstmals erwähnt im Jahre 1103 unter der Bezeichnung Guderinga. Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich der Ortsname in Guderinge, Göderinge, Gödringen und auch Göry, so im Dokument über die "Länderey Dellem". Ursprünglich soll die Ansiedlung ein Sachsenhof gewesen sein, dessen Ahnherr ein gewisser Godo oder Guda war.